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Biohof Frigg: Milch aus eigenem Gras und Heu

  • verasteiner
  • 12. Nov.
  • 2 Min. Lesezeit

In Pratval im Domleschg bewirtschaften Flurin Frigg und Vera Bracher ihren Hof auf 700 Metern über Meer mit Herz, Bodenverbundenheit und einer klaren Vision: eine tiergerechte Landwirtschaft ohne Kraftfutter. Mit diesem Ansatz ist der Biohof Frigg für den PRIX CLIMAT 2025 nominiert, eine Auszeichnung für innovative und klimafreundliche Landwirtschaft.


Auf dem Hof von Flurin Frigg und Vera Bracher in Pratval riecht es nach frischem Heu. “Wir produzieren Milch mit dem, was hier wächst“, sagt Flurin Frigg und tut es auch. Seine Milchkühe verbringen den Sommer auf rund 2000 Metern über Meer auf der Alp und fressen im Winter Qualitätsheu aus den Maiensässen. Seit 2021 kommt auf dem Hof kein Kraftfutter mehr in den Trog. Damit das funktioniert, stellt Frigg seine Herde mit viel Leidenschaft und Fachwissen auf eine robuste und anpassungsfähige Drei-Rassen-Kreuzung um mit  Weidegenetik aus Neuseeland, Irland und Norwegen.
Das geringere Körpergewicht der Tiere hat gleich mehrere Vorteile. „Sie fressen weniger“, erklärt Frigg. „So kann ich im Tal Flächen für den Ackerbau nutzen, auf denen ich sonst Futter angebaut hätte.“ Gleichzeitig schone das die Böden und erhöhe die Effizienz der Tiere pro Kilogramm Körpergewicht. „Damit verringern sich auch die Treibhausgasemissionen, ohne dass die Milchleistung sinkt.“
Dass Friggs ihre Tiere weiden und auf Kraftfutter verzichten, zeigt Wirkung. „Ohne intensive Stallfütterung müssen wir weniger Gülle und Mist ausbringen“, sagt Frigg. Was dennoch anfällt, veredelt er in der hofeigenen Kompostieranlage  zusammen mit Grüngut aus Gärten und organischen Abfällen der Gemeinde. Das Ergebnis: ein dunkelbrauner, krümeliger Kompost, der nach Wald riecht, den Humusaufbau im Grünland und auf den Feldern fördert oder an Private verkauft wird.
Auch im Ackerbau geht der Betrieb eigene Wege. Seit 2016 wird pfluglos gearbeitet. „Das trägt zum Humusaufbau und zur Wasserspeicherung im Boden bei“, sagt Frigg. Eine Umstellung, die an Bedeutung gewinnt, denn auch im Domleschg wechseln sich lange Trockenphasen immer häufiger mit Starkregen ab. „Wir spüren die Klimaveränderung direkt auf dem Feld“, sagt Frigg. „Darum müssen wir unsere Böden widerstandsfähiger machen.“
Für diesen konsequenten Ansatz wurde der Biohof Frigg für den PRIX CLIMAT 2025 nominiert – eine Auszeichnung des Vereins Netzwerk Klima & Landwirtschaft für besonders innovative und klimafreundliche Landwirtschaft.
Neben dem Biohof Frigg präsentieren drei weitere Finalist:innen ihr Projekt anlässlich des PRIX CLIMAT. Wer am meisten überzeugt, entscheidet sich durch ein Online-Voting und die Bewertung einer Fachjury. Der Preis wird am 29. November 2025 im Rahmen des Klimagipfels für Landwirtschaft und Esskultur in Landquart übergeben.
Hier geht es zum Kurzfilm und Online-Voting


 
 
 

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